Die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten aus Dortmund

Foto Grabstein Sally Neuwald

Grabmal (Detail) auf dem Friedhof am Hörder Kampweg (Aufnahme Klaus Winter)

Im Jahre 1932 gab der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten das Gedenkbuch „Die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen 1914-1918“ heraus. Das Buch enthält die Namen der 12.000 deutschen Soldaten jüdischen Glaubens, die im Verlauf des Ersten Weltkrieges an den verschiedenen Fronten ihr Leben verloren haben. Das Gedenkbuch ist gegliedert in eine alphabetisch geordnete Namensliste und ein Ortsverzeichnis. Letzteres ermöglicht den Überblick, wo die Kriegsopfer ihren Wohnsitz hatten. Unter „Dortmund“ finden sich 60 Einträge. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Dortmunder Stadtgebiet zur Zeit des Ersten Weltkrieges einen geringeren Umfang hatte, als es heute der Fall ist. Legt man die aktuelle Ausdehnung der Stadt zu Grunde, so müssen auch die Gefallenen aus den Ortschaften Aplerbeck (1 Soldat), Hörde (7), Huckarde (1), Husen (1) und Lütgendortmund (1) hinzugezählt werden. So erhöht sich die Zahl der Toten auf 71.

Die meisten geborgenen Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurden auf Kriegerfriedhöfen in Frontnähe beigesetzt, die in zahlreichen Fällen durch die Veränderungen der Frontlinie zerstört wurden. Viele wurden an den Orten der (Reserve-) Lazarette bestattet, in denen ihnen nicht mehr geholfen werden konnte. Nur eine kleine Zahl fand ihre letzte Ruhestätte in ihrem Wohnort. Einige Familien erinnerten an ihre im Krieg gefallenen Söhne, indem sie deren Namen auf dem Grabstein ihrer Familiengruft eingravieren ließen. Auf den Dortmunder Friedhöfen sind zwölf Grabsteine erhalten, die an gefallene jüdische Soldaten des Ersten Weltkriegs erinnern.