Moses Löwenhardt und Salli Löwenhardt

Der um 1792 geborene Salomon Löwenhardt stammte aus dem Raum Würzburg, von wo aus er nach (Ober-) Hemer zuwanderte. Dort ist er von 1839 bis 1853 als Handelsmann und von 1858 bis zu seinem Tode im Jahre 1864 als Trödler nachweisbar. In Oberhemer wurden die drei Söhne Levi, Moses und Joseph geboren.

Moses Löwenhardt wurde am 10. Dezember 1841 geboren. Er kam spätestens 1871 nach Dortmund. Das erste Zeichen seiner Anwesenheit in der Stadt ist ein Zeitungsinserat, mit dem er sich den Einwohnern Dortmunds und Umgebung als Glaser, Anstreicher und Tapezierer empfahl. Er wohnte in der Töllnerstraße bei W. Kräwinkel. Der Start in Dortmund war wohl erfolgreich verlaufen. Bereits 1872 suchte Löwenhardt zwei Anstreicher-Gehilfen und einen Lehrling für sein Unternehmen. Zum 1. Mai 1873 verließ Moses Löwenhardt seine bisherige Wohnung und zog im Nachbarhaus ein. Exakt ein Jahr später verlegte er seinen Wohnsitz dann zur Krimstraße. Die Bekanntmachung seines Umzugs verknüpfte er mit der Suche nach zwei Gesellen und einem Lehrling. Ob es sich um Ersatz für ausgeschiedene Mitarbeiter handelte oder um eine Vergrößerung des Personalstamms, ist aus dem Zeitungsinserat nicht ersichtlich. Weitere Wohnsitze der Familie Moses Löwenhardt waren ab November 1876 das Haus Wüstenhof 4, das der damaligen Synagoge gegenüber lag, 1878/79 das Hause Gerberstraße 25 und 1890 das Haus Gerberstraße 7.

Moses Löwenhardt war Mitglied der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr Dortmunds. Bei dem Feuerwehr-Stiftungsfest 1888 wurde er als einer der neun Feuerwehrleute geehrt, die der Wehr zu dem Zeitpunkt länger als zehn Jahre „als uniformierte Mitglieder“ angehörten. 1891 war Löwenhardt Hornist der Wehr.

Moses Löwenhardt starb am 4. Juli 1900 in einem Dortmunder Krankenhaus an den Folgen eines Arbeitsunfalls: Auf einem Neubau in der Friedensstraße nahm er, auf einem Podest stehend, einen Maurerbock entgegen, der ihm von einem Maurergesellen angereicht wurde. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in den Keller, wodurch er schwere Kopfverletzungen erlitt. 

Zwar wurde er sofort in ein Krankenhaus gebracht, doch konnte man ihm dort nicht mehr helfen.
Moses Löwenhardt war verheiratet gewesen mit Sara geb. Goldberg aus Altena. Die Eheleute hatten mehrere Kinder. Am 27. März 1875 zeigten sie die Geburt eines kräftigen Jungen an. Dieser Sohn, Max, starb im Alter von 4 ½ Jahren im Oktober 1879. Der 1877 geborene Sohn Paul wurde 14 Jahre alt. Er starb „nach langem schweren Leiden“ im Mai 1891 im städtischen Louisen-Hospital.

Der Sohn Salli Löwenhardt erreichte das Erwachsenen-Alter. 1902 heiratete der Hilfsbremser Röschen Bönninger. Als im März 1903 der erste Sohn geboren wurde, war Salli Löwenhardt Rangierer und wohnte im Haus Westwall 9. Bei der Geburt des zweiten Sohnes im April 1904 befand sich die Wohnung der Familie im Haus Rheinische Straße 215 und bei der Geburt des dritten im Haus Ackerstraße 10. Die im April 1909 geborene Tochter Helene starb bereits im Mai desselben Jahres nach nur zehn Tagen. Ihr Vater war zu der Zeit Eisenbahnschaffner und wohnte im Haus Langestraße 56. Die Geburt eines weiteren Sohnes geschah im November 1910. Die Familie wohnte zu der Zeit im Haus Sternstraße 40.

Der Hilfsbremser Salli Löwenhardt, wohnhaft im Haus Querstraße 5, zeigte dem Standesamt am 9. Mai 1908 an, dass seine Mutter, die Witwe Moses Löwenhardt, Sara geb. Goldberg, im Alter von 72 Jahren am Vortage in seiner Wohnung gestorben war. Ihr Grab befindet sich auf dem Ostfriedhof, das Grabmal ist in den Boden eingesunken.

Am 6. September 1925 starb Röschen Löwenhardt geb. Bönninger, im Alter von 55 Jahren in den städtischen Krankenanstalten Dortmund. Ihr Ehemann wird in der Sterbebeurkundung als Oberpostschaffner außer Dienst bezeichnet, die Eheleute wohnten im Haus Adlerstraße 45. Das Grab von Röschen Löwenhardt befindet sich auf dem Hauptfriedhof; das Grabmal ist erhalten.

Salli Löwenhardt, Eisenbahn-Oberschaffner außer Dienst, starb am 17. Januar 1936 in seiner Wohnung in der Adlerstraße. Laut Angabe im Standesamtsregister war er Ehemann von Golda geb. Löwenstein. Er muss nach dem Tode seiner ersten Ehefrau also ein weiteres Mal geheiratet haben. Der Tod des Salli Löwenhardt wurde dem Standesamt durch den Kellner Max Löwenhardt, der im Haus Zimmerstraße 60 wohnte, angezeigt. Auch Salli Löwenhardts Grab auf dem Hauptfriedhof ist noch vorhanden.

Klaus Winter
12.07.2022